27.03.2017

Wachstum braucht mehr Platz

Eine neue Lagerfläche ist nur der Anfang: Der Gerüst-System-Hersteller ALFIX aus Großschirma will noch in diesem Jahr eine weitere Produktionshalle errichten. Investitionssumme: 6 Millionen Euro.

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Großschirma. Rege Betriebsamkeit herrscht im Allgemeinen an der Langhennersdorfer Straße 15 in Großschirma. Dort hat die Firma ALFIX ihren Hauptsitz. Das Unternehmen mit bayerischen Wurzeln ist seit 70 Jahren am Markt, entwickelt und produziert Gerüstsysteme im mittelsächsischen Großschirma. Im vergangenen Jahr nun tat sich einiges vor Ort. Große Flächen wurden in einen modernen Lagerplatz verwandelt. Ein dreiviertel Jahr dauerten die Bauarbeiten, die inzwischen abgeschlossen wurden.

Mit neuester Technik befestigte man das 12.000 Quadratmeter große Gelände, versah es mit einer Kanalisation, eine Beleuchtung wurde installiert sowie ein Leitsystem. „Wachstum braucht einen größeren Lagerplatz“, sagt Geschäftsführer Olaf Rammo. Wohl geordnet stapeln sich hier jetzt die zahlreichen Produkte der Firma: Fassaden- und Modulgerüstsysteme, Wetterschutzdächer, Fahrgerüste. Ein neuer Zaun grenzt alles zur Straße hin ab, der Eingangsbereich ist mit Schranken und Einlasssystem gestaltet.

Mit dem neuen Lagerplatz ist die Bautätigkeit auf dem 70.000 Quadratmeter großen Gelände des ehemaligen Kreisbetriebes für Landtechnik noch nicht beendet. Im letzten Geschäftsjahr, das vom 1. Oktober 2015 bis 30. September 2016 reicht, wurde ein Umsatz von rund 30 Millionen Euro erreicht. Im laufenden Geschäftsjahr ist jetzt schon ein zweistelliger prozentualer Zuwachs zu verzeichnen. „In den Jahren 2012 bis 2016 haben wir die Produktionsmenge verdoppelt“, sagt Olaf Rammo. Nun sei es Zeit für weitere Veränderungen. Eine neue Produktionshalle soll noch in diesem Jahr in Angriff genommen werden. Über 6 Millionen Euro wird diese Investition kosten. Vier alte Gebäude, die noch aus DDR-Zeiten stammen, werden abgerissen, um Platz zu machen. Der Planungsauftrag dazu ist schon ergangen.

„Die neue Halle gibt uns die Möglichkeit, in neue Technik zu investieren“, sagt Rammo und Johannes Weiß, Geschäftsführender Gesellschafter von Alfix ergänzt: „Die bisherigen Produktionsmaschinen kommen aus den alten Hallen in die neue. So entsteht dort, wo jetzt gefertigt wird, weiterer Lagerplatz.“ Die derzeitigen Kapazitäten sind nahezu ausgeschöpft. Im ersten Quartal 2018 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein und die Produktion in der neuen Halle aufgenommen werden.

Mit dem Wachstum ergeben sich weitere Herausforderungen, welche den meisten Firmen der Region bekannt sein dürften. Denn den Fachkräftemangel spürt man auch in Großschirma. „Wir würden sofort zehn neue Mitarbeiter einstellen“, sagt Olaf Rammo und hebt die Hände: „Wenn es sie denn gäbe.“ Nicht anders sieht es bei den Auszubildenden aus, von denen es derzeit sechs am Standort gibt. Die Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr ist nicht optimal. In Richtung Freiberg und Halsbrücke funktioniert er gut. Doch wer von anderswo kommt, der hat oft einen viel zu langen Arbeitsweg. Vor allem junge Menschen, die noch keinen Führerschein besitzen, zu schweigen von einem Auto, schrecke das ab. „Die Firma ALFIX ist an Nachhaltigkeit sowie an langfristiger Zusammenarbeit seiner Beschäftigten interessiert“, sagt Johannes Weiß.

Bevor die großen Arbeiten auf dem ALFIX-Gelände beginnen, ist man noch mit etwas kleinerem, wenngleich nicht unwichtigem beschäftigt. Die Gespräche mit dem Landratsamt darüber, an der B 101 ein Schild mit dem Hinweis auf das Unternehmen aufzustellen, laufen derzeit. Für Unkundige ist das Gelände, so groß es auch ist, nicht leicht zu finden. Für eine Firma, die europaweit exportiert, könne das nicht befriedigend sein, sagt der Geschäftsführer.

 

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Veröffentlicht: Freie Presse, 17.03.2017